come - give kids a chance
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Spüren, was stimmt

Familienaufstellung im kleinen Kreis

 

 

Dank meines Coach in Baden-Baden, meiner Heilpraktikerin in Berlin, meines Heilpraktikers und Radi-Ästheten habe ich gelernt, dass es sich lohnt, genau zuzuhören und dahinter zu schauen.

Kosten für Heilpraktiker müssen aus eigener Tasche getragen werden. Ihre Therapie hat mir aber sehr geholfen.

2003 treffe ich mich zum ersten Mal mit meinem Coach, einer Frau, einer Journalistin – wie ich - mit Schwerpunkt Fernsehen. Sie hat auf den Job noch ein Studium draufgesattelt, sich diverse „modernere“ Therapieformen draufgeschafft, die alle dasselbe Ziel haben, eine Lösung

zu finden - also Lösung orientiertes Arbeiten.

Nach vorne gucken – nicht ständig zurück, nicht fragen, wann waren Sie das erste Mal auf dem Topf, etc…

Es geht um das Ziel!

 

Ich hatte um einen Coach gebeten, da ich im Job das

Gefühl hatte, ich sei der Hase mit den beiden Igeln beim Wettlauf auf dem Acker. Ich suchte eine neue Aufgabe, einen neuen Job im Haus. Immer wenn ich mich auf eine Stelle, die mir gut angestanden hätte, beworben habe, hieß es, sorry, wir haben uns für eine andere Person entschieden…

Das passierte einmal, das passierte zwei Mal, das passierte drei Mal… und damit das nicht noch öfter passieren sollte, wollte ich wissen, was hat das mit mir zu tun, mache ich etwas falsch und falls ja, was kann ich anders, was kann

ich besser machen.

 

Zwölf Stunden Coach auf Kosten des Hauses in Baden-Baden – meiner Heimatstadt.

Schnell ist klar – man kann nicht über den Job reden, ohne das Wesentliche, die Gesamtperson mit ins Boot, mit in den Raum zu nehmen, das Ganze zu betrachten.

Die Fehler in der Zusammenarbeit sind schnell erkannt – mein Chef ist nicht mein Bruder – also ist mein Umgang mit ihm auch ein anderer etc…

Ich fange an mich zu verändern, fange an mehr und mehr von mir zu verstehen.

 

Da ist aber noch mehr!

Gleich in der ersten Stunde habe ich mein Ziel definiert: Kindern eine Chance zu geben! Wie das aussehen soll – keine Ahnung. Klar ist aber, dieses Ziel hat mit dem, was

ich derzeit mache, nicht allzu viel zu tun. Ich bin bei einer Radiowelle, die in erster Linie Programm für ältere Menschen macht.

Sei’s drum – im Coaching – in diesem Coaching geht es nicht darum, mich genau auf eine Stelle an meinem derzeitigen Arbeitsplatz fit zu machen, sondern darum,

dass ich meinen Platz finde, einen guten Platz, einen an dem ich glücklich bin, glücklich, mit dem was ich tue.

Vom Arbeitgeber werden weitere neun Stunden Coach befürwortet.

Danach finanziere ich meine Zukunft, nehme im Sommer 2003 an meiner ersten Familienaufstellung teil. Ganz schön aufregend. Habe mir vorher das Okay meiner Ärztin eingeholt – Familienaufstellung hat was von Esoterik, ist wissenschaftlich nicht anerkannt. Meine Ärztin sagt, wenn das ein kleiner Rahmen ist, hinterher noch Zeit ist

eventuelle Probleme zu besprechen und nicht so eine Riesenveranstaltung in einer Art Festsaal, wie sie derzeit auch aktuell ist, dann könne sie das Vorhaben gut heißen. Doppelt hält besser und so habe ich noch meine Verhaltenstherapeutin gefragt und sie als promovierte Psychologin sagte – gute Sache, sie hätte selbst schon an einer teilgenommen, um zu sehen, was da passiert. Das Spannende sei, dass man Dinge erfahren würde, die in keinem Therapiegespräch heraus kommen würden, da

man sie vor einer solchen Aufstellung gar nicht in Worte fassen konnte. Man spüre auch die Energie im Raum.

Gut – nun erlaube auch ich mir die Teilnahme.

 

Ich komme von meinem zweiwöchigen Französisch-Sprachurlaub aus Nizza direkt nach Baden-Baden, übernachte dort in einem Hotel und frühstücke mit meinem Chef, der gerade an diesem Wochenende zu einem

Seminar in der Kurstadt Baden-Baden weilt. Komischer Zufall.  

Bei meiner ersten Aufstellung bin ich wahrscheinlich genau so aufgeregt wie der Rest der aktiven Aufsteller. Schon

beim ersten Mal, als mich jemand als Repräsentant für ein Familienmitglied in den Raum stellt, merke ich auf einmal Wärme oder Kälte, Unwohlsein oder Freude und ich spüre, ob Sätze die mein Coach vorgibt, stimmig sind oder nicht. Ich heule spontan, obwohl ich nervös aber nicht traurig war. Das was hier passiert zwischen den Menschen hier im Raum, das ist so echt. Und es fordert Kraft.

 

Bei meiner eigenen Aufstellung wähle ich dann aus dem Bauch die Personen, die für meinen Vater, meine Mutter

und für meine Geschwister stehen sollen. Am Ende geht es bei dieser Aufstellung nur um meine Eltern. Ich sitze auf einem Stuhl und gucke zu, höre was die junge Frau, die ich an meiner statt ausgesucht habe, erzählt. Absolut spannend, sie sagt das, was mir gerade durch den Kopf geht, sie hat Bauchschmerzen, als auch ich auf einmal Schmerzen im Unterleib spüre. Sie zögert, als auch ich denke, nein das stimmt nicht und dann sagt sie auch, dass das nicht stimmt, was mein Coach ihr da als „Satz“ angeboten hat.

Und dann werden wir ausgetauscht – sie geht raus – ich gehe rein. Das Original kommt ins Bild. Kurz einfühlen – tief durchatmen. Jetzt bin ich dran die Aufstellung zu einem guten Ende zu bringen.

Irgendwie werden unsichtbare Pakete hin und her getauscht. Sie sind zu schwer und werden zurückgegeben. Ob wir so zu einer Lösung finden? Ja, das tun wir. Wir geben diese virtuellen Pakete, die zu schwer sind – bzw. einen Teil davon einfach nach hinten weiter an eine Person in der Ahnenreihe. Und schon sind die Pakete tragbar für jeden von uns. Ich gebe meine nun auch ab - ich bin total erleichtert. Ich bin so was von froh! Ja und so was von erleichtert!!!

Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Schwere fällt ab vom mir.

 

Ich verabschiede mich mit einer Umarmung bei allen, die

für mich gestanden haben, die geholfen haben, dieses Problem in etwa einer Dreiviertelstunde zu einer guten Lösung zu bringen.

 

Kurze Pause – Essen – trinken – reden, dann ist das nächste Problem zur Lösung dran. Ich steige gedanklich

aus der nächsten Aufstellung aus, will diesmal keine Repräsentantin sein, fühle mich wie in Watte gepackt und merke wie meine Aufstellung schon Vergangenheit wird und schon ziemlich weit zurück zu liegen scheint.

Jetzt arbeitet die Seele – der Kopf hat Pause.

 

Die nächsten zwei – drei Tage fühle ich mich müde, aber

gut gelaunt. Es fühlt sich wie ein Heilungsprozess an, der noch abgeschlossen werden muss. Also schön in Ruhe lassen und nicht an der „Kruste der Wunde“, die da gerade zuwächst, rum pulen. Irgendetwas in der Seele wird in der Aufstellung positiv überschrieben – die kurze Zeit muss

man der Seele geben…

                                                         …aus „Neben der Spur“

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© Cornelia Merkel