come - give kids a chance
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Verrückte Welt

im Irrenhaus

 

Freiwillig in der Psychiatrie

bin ich nach meinem Ausflug auf die Intensivstation des Joseph-Krankenhauses nicht mehr in der Offenen, sondern auf der Geschlossenen.

Auf der Geschlossenen darf ich nicht raus, darf ich nicht alleine raus, das weiß ich. Ich gehe brav in den „Garten“, den Hinterhof, den Freilauf der Station, wo jeder Zentimeter vom Personal einsehbar ist. Mache dort sauber, Kehre Sand auf frisch verlegte Platten, damit die Ritzen sich mit Sand füllen sollen, hänge Blumenkästen um, damit

wir sie besser sehen kann.

Die Oberschwester hängt sie wieder zurück, ich habe mich in ihre Gartengestaltung eingemischt…

Ich schneide Hecken. Ein Pfleger hat mir extra eine Heckenschere gegeben. Auch das ist der Oberschwester ein Dorn im Auge – was

ich wohl mit der Heckenschere mache -

Ich sage anderen Patienten, die helfen wollen, wer was machen, aufräumen, sauber machen kann – Das passt ihr auch nicht…

Ich stehe unter ihrer Beobachtung…

 

Dass ich von Anfang an raus kann, sagt sie mir nicht. Erst als der Pfleger, der mir als Vertrauenspfleger zugeteilt wird nach ein paar Tagen fragt, warum ich nur hinten im „Garten“ sei, ich dürfe doch mit Ansage raus, ich sei ja freiwillig hier, da wusste ich es… und gedacht habe ich, das glaube ich jetzt nicht.

Da lassen die mich die ganze Zeit den wenige m² großen „Garten“ aufräumen – Ich könnte mich vor dem Haus aufhalten, mal zum KUZ laufen und eventuell mal zu Hause nach dem Rechten sehen.

Wusste wirklich keiner, dass ich das nicht wusste -

 

Wenn ich neben der Spur bin, mache ich Verrücktes. Was ich dabei denke und mache, ist für mich ebenso erinnerbar wie das, wie das, was ich bei klarem Verstand mache und denke.

Ich kann mich daran erinnern, auch wenn die Gründe, warum ich es getan habe, ver-rückt sind. Ich erinnere, was ich getan habe und

auch warum…

 

Verrückte Welt im Irrenhaus

 

Zufällig stelle ich fest, dass mein Schrankschlüssel auch an die Schränke meiner Zimmergenossin passt. Ich werde für verrückt gehalten. Dann stellt sich heraus, der Schlüssel meiner Zimmergenossin passt an meine Schränke. Sprich die Schlösser

sind identisch – die Schlüssel sind es auch.

 

Sicherheit in der Psychiatrie –

Wird viel geklaut, weil es Patienten gibt, die keine Kohle haben oder keinen Menschen, der ihnen die Kohle hier rauf bringt, die dennoch Zigaretten oder andere Suchtmittel haben wollen –

Wird viel geklaut, weil es auch Menschen / Patienten auf dem Eichberg gibt, die kleptomanisch veranlagt sind oder über

kriminelle Energie verfügen…  

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© Cornelia Merkel